Kloster Osek

Die Gründung des Klosters des Zisterzienserordens in Osek ist mit dem Jahre 1191 und dem Namen des Magnaten Milhost verbunden. Dieser hatte aus Waldassen die Zisterzienser berufen, die im Vergleich mit anderen Orden durch ihre praktische Fähigkeiten hervorragten – von der Landwirtschaft, Bauwesen über andere Handwerke bis hin zur Kunst – und die deswegen oft eingeladen wurden um öde Grenzgebiete zu besiedeln.

Die Zisterzienser hatten auch eigene Bauhütten. In den Jahren 1206–1221 hat eine solche Zisterzienser-Hütte die Heilige-Maria-Kirche im Rundbogenstil erbaut. Das Kloster gehörte mit einer Länge von 76 Metern zu den größten Klostergebäuden in Böhmen.

In den Jahren 1421 und 1429 wurde die Kirche durch die Hussiten beschädigt, später auch noch durch Truppen des Dreißigjährigen Krieges. An der Wende des 17. und 18. Jahrhunderts wurde die Kirche im Barockstil umgebaut. An ihrer Ausstattung waren eine Reihe bedeutender Künstler beteiligt, wie z.B. die Bildhauer Kuen, Richter und Corbellini und die Maler Liška, Willmann und Reiner. Architekt und Baumeister war Octaviano Broggio.

Am Ende des Zweiten Weltkriegs wurde das Kloster durch Bomben beschädigt. Nach dem Wiederaufbau wurde die Kommunität der Zisterzienser aufgelöst und das Kloster diente anderen Zwecken. Im Jahre 1991 wurde es den Zisterzienser wieder zurückgegeben.

Dieses nationale Kulturdenkmal ist für die Öffentlichkeit zugänglich. Der Rundgang führt die Gäste durch den alten Konvent, einer der ältesten gotischen Räume in Böhmen, durch den Kreuzgang, durch die Heilige-Maria Kirche und viele andere Räume. Weiter befindet sich hier ein großer italienischer Terrassengarten mit Schwimmbad, zwei Pavillons und eine Kapelle.